Triebwachstum:
Kiefern haben ein einzigartiges Triebwachstum, welches bei der Pflege als Bonsai besonders zu berücksichtigen ist. Im Frühjahr bilden sich kerzenförmige Austriebe, aus denen sich im Anschluss die nadelförmigen Blätter entwickeln. In der Regel macht die Kiefer nur einen Austrieb pro Jahr.
Vereinzeln:
Oftmals bilden sich am Ende des Triebes gleich mehrere Kerzen. Um eine schöne und gleichmäßige Verzweigung der Pflanze zu fördern, sollten sich aber höchstens zwei neue Triebe entwickeln. Aus diesem Grund wird in der Regel die mittlere und stärkste Kerze entfernt.
Einkürzen:
Jetzt hat man außerdem die Möglichkeit, das Längenwachstum der neuen Triebe einzuschränken. Kurz bevor sich die Nadeln entwickeln, wird dazu die Kerze auf das gewünschte Maß reduziert. Am besten verwendet man hier die Finger oder eine Pinzette, um die frischen Nadelspitzen nicht zu verletzen.
Gleichgewicht:
Um ein ausgewogenes Wachstum zu erreichen, werden die Kerzen auf die gleiche Länge eingekürzt. Dabei kann es auch vorkommen, dass eine Kerze stärker und die andere schwächer oder auch gar nicht gekürzt wird.
Weniger ist mehr:
Teilweise bilden sich besonders bei jungen Kiefern unzählige Kerzen am Triebende. Auch hier sollten alle überflüssigen Triebe entfernt werden. Wenn sich die Pflanze noch im Aufbau befindet, werden die verbliebenen Kerzen jedoch nicht oder deutlich schwächer eingekürzt.
Blütentriebe:
Vereinzelt bildet die Kiefer im unteren Bereich der Kerze auffällige Blütenknospen. Diese männlichen Blüten sind an einem Bonsai ehr unerwünscht, da sie im weiteren Verlauf abfallen und einen kahlen Triebabschnitt ohne Nadeln hinterlassen. Aus diesem Grund werden derartige Trieb kurz über der Basis abgeschnitten, um einen Neuaustrieb ohne Blüten zu bekommen.
Blattwechsel:
Im Spätsommer verfärben sich die überjährigen Nadeln der Mädchen-Kiefer gelb. Dies ist kein Grund sich Sorgen zu machen, sondern der ganz normale Zyklus. Am besten unterstützt man den Baum bei dem Blattabwurf und streift die alten Nadeln mit der Hand vorsichtig ab. Dies führt zu mehr Lichteinfall in die Krone und fördert schwache Triebe bzw. eine dichtere Verzweigung.
Es werde Licht:
Im Sommer entwickeln sich die neuen Triebe der Kiefer teilweise recht unterschiedlich. Häufig entsteht am Triebende ein langer, kräftiger und dichter Trieb. Wenn man hier nicht das Wachstum bremst und die Pflanze auslichtet, wird sie aus der Form wachsen und innen verkahlen.
Nadeln entfernen:
Die dichten Nadeln verdecken oftmals die kleineren und schwächeren Triebe im Inneren der Pflanze und sollten grundsätzlich entfernt werden. Dadurch kommt mehr Licht in das Innere der Krone. Dies fördert nicht nur die schwachen Triebe, sondern es entwickeln sich unter Umständen auch neue Knospen.
Triebe entfernen:
Wenn der Trieb sehr dominant ist und nicht für einen Größenzuwachs der Pflanze benötigt wird, sollte er komplett entfernt werden. Dadurch kommt sehr viel Licht in das Kroneninnere und fördert im besonderen Maße die Knospenbildung und das Überleben der feinen Triebe.
Der Lohn der Mühe:
Neben dem Pinzieren im Frühjahr, ist das Auslichten und Ausdünnen der Pflanze die entscheidende Pflegemaßnahme, um eine kompakte und dicht verzweigte Kiefer zu entwickeln. Die Bedeutung dieser Pflegemaßnahmen ist nicht zu unterschätzen, da besonders eine Mädchenkiefer nur sehr selten neue Knospen im Inneren bildet. Wenn die Pflanze also erstmal verkahlt ist, kann man das Grün nur noch durch das Drahten und Biegen der Äste zurückführen. Das Ergebnis ist aber meistens weniger befriedigend.