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Gießen – Die entscheidende Disziplin in der Bonsaipflege

Wasser ist Leben:

Wasser ist für alle Pflanzen unentbehrlich. Es wird für die Photosynthese, den Nährstofftransport und zur Temperaturregulierung benötigt. Ohne Wasser kann sich die Pflanze nicht ernähren, hätte keine Stabilität und würde überhitzen. Da eine Bonsaipflanze in einer Schale wächst und die Erde nur begrenzt Wasser aufnehmen kann, ist das richtige Gießen für das Überleben und die Gesundheit der Pflanze entscheidend..

Regenwasser:

In der Regel eignet sich Regenwasser am besten für das Gießen von Bonsaipflanzen. Es enthält keine unerwünschten Nährstoffe und Salze und der pH-Wert ist meistens ebenfalls neutral. Brunnen- oder Leitungswasser kann dagegen kalk- und salzhaltig sein und empfindliche Pflanzen auf Dauer schädigen.

Gießen:

Klassischer Weise wird ein Bonsai mit der Gießkanne gegossen. Komfortabler ist natürlich ein Gießgerät, besonders wenn mehrere Bäume versorgt werden müssen. Beim Gießen wird die Substratoberfläche gründlich um den Stamm herum begossen. Bevor das Wasser über den Schalenrand läuft, wird das Gießen unterbrochen und man wartet bis das Wasser in den Boden eingesickert ist. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis das Wasser aus den Abzugslöchern unter der Schale herausläuft.

Tauchen:

Eine praktische und effektive Methode der Bewässerung ist das Tauchen. Dabei wird die Schale mit dem Wurzelballen vollständig unter Wasser getaucht. Der Baum wird dann solange in dem Wasserbecken belassen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die Erde hat dann ausreichend Wasser aufgenommen. Das Tauchen ist besonders bei stark wurzelnden Pflanzen oder verdichteten Böden zu empfehlen.

Rythmus:

Besonders im Sommer muss ein Bonsai regelmäßig und gründlich gewässert werden. Eine konkrete Empfehlung wie oft ein Baum gegossen werden muss, kann man jedoch nicht geben. Vielmehr richtet sich der Zeitpunkt nach dem Bedarf der Pflanze. Je nach Pflanzenart, Substrat, Topfgröße und Wetter können die Wassergaben sehr unterschiedlich ausfallen. Erst wenn die Erde sichtbar abgetrocknet ist, sollte wieder gegossen werden. Man kann auch mit den Fingern die Feuchtigkeit unterhalb der obersten Erdschicht erfühlen oder anhand des Gewichtes beurteilen, ob der Baum trocken oder nass ist.

Trockenschaden:

Am meisten sorgt man sich natürlich, dass die Pflanze vertrocknet. Tatsächlich kann ein heißer Sommertag ohne Bewässerung ausreichen, um einen kleinen Bonsai nachhaltig zu schädigen oder sogar eingehen zu lassen. Neben einer Begutachtung der Erde sind auch schlappende Blätter, Triebe oder Verbrennungen an den Blattspitzen eindeutige Hinweise auf einen drohenden Trockenschaden.

Wurzelfäule:

Ein häufiger Pflegefehler ist die übermäßige Wassergabe. Dadurch kommt es zu Staunässe und aufgrund des Mangels an Sauerstoff im Boden mittelfristig zu Wurzelfäule. Durch die Schädigung der Wurzelspitzen kann sich die Pflanze nicht mehr ernähren und ihre Temperatur regulieren. Ein typisches Zeichen für Wurzelschäden ist ein schwacher und kümmernder Blattaustrieb. Wird der Wurzelschaden nicht rechtzeitig erkannt, kann die Pflanze eingehen.

Gesundes Wachstum:

Bonsai erfolgreich in einem Topf zu kultivieren ist nur möglich, wenn der Mensch die Bedürfnisse der Pflanze kennt und in der Pflege entsprechend berücksichtigt. Die richtige Bewässerung ist eine wichtige Voraussetzung für gesunde Wurzeln und damit für eine optimale Nährstoffversorgung und ein gesundes Pflanzenwachstum.